Autor Thema: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS-Bremssystems R1200RT BJ 2009  (Gelesen 9041 mal)

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lederkombi

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tja. :scared:

Da geniesse ich die zügige Abfahrt des Hahntennjochs (Österreich) und vor der ca. 5 Rechtskurve passiert das, was jeder von uns nicht erleben will: Meine Vorderradbrems e ist zwar physisch noch vorhanden, Bremswirkung ist jedoch nahezu NULL, der Bremshebel lässt sich bis an den Griff durchziehen. :scared:

Zum Glück ist es ein Teilintegral und die Fussbremse (hinten) lässt sich zumindest als Notanker missbrauchen, wenngleich da nicht allzu viel zu erwarten ist. Runter schalten mit viel Zwischengas (damit da nicht gleich das Hinterrad davon hoppelt) und Rettungsanker in Kombination mit sehr viel Glück (!) rettet mich durch die Kurve und lässt mich nach der Kurve mit Schlotterkniee n und ziemlich bleich anhalten. So etwas habe ich noch nicht erlebt und das bei einem scheinbar sicheren System, welches bis dato (Neufahrzeug Nov. 2009, Bremsleitungst ausch infolge BMW Rückruf im 2010) bezüglich Bremsen ausschliesslic h durch den Fachhändler (in Basel gibt es nur einen mit Center...) gewartet wurde. Die neuen Teilintegralsy steme kann man auch nicht mehr selber warten, weil dazu jedes mal die Anlage in der zentralen Fahrzeugelektr onik neu angemeldet bzw. registriert werden muss :badsmilie:

Fazit: Ein Telefon mit der von BMW angebotenen Mobilitätsgarantie (Aussage Mitarbeiter: Sofort Fahrzeug stehen lassen, nicht mehr weiterfahren, sie werden von uns abgeholt) relativiert das Ganze dann insofern, als das ein schliesslich mit mir weiter vermittelter BMW Techniker mittels Frage/Antwort-Spiel der Sache auf den Grund zu gehen versucht. Resultat der Fragerei (war wirklich total kompetent! Ein grosses Lob diesbezüglich): Vorsichtig nachhause fahren, so dass jederzeit mit der Hinterradbrems e (Fuss) gebremst werden könnte. Das Fahrzeug ist nicht mehr betriebssicher, aber zumindest sollte ich so pragmatisch nach Hause kommen und dann sogleich Fahrzeug zum Händler.
Vermutung: Bei der Rückruf"Bastel"aktion des Händlers kam Luft ins System. Eine kleine Luftblase reicht und die Bremse tut zwar ihren Dienst im Normalgebrauch, sobald aber mehrmals heftig in kurzen Abständen in die Eisen gestiegen werden muss, kommt dieser absolut gefährliche und unschöne Effekt. :gun:

Nun bin ich auf der Suche nach dem neuen Vertrauen in die Bremsanlage, denn nur um beim Bäcker Brötchen zu holen, brauche ich keinen Töff, das kann ich auch mit Roller oder Fahrrad. :megaphon:

« Letzte Änderung: 02. August 2011, 14:30 von lederkombi »

cider101

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #1 am: 02. August 2011, 10:37 »
huch...in der tat ein unschönes erlebnis....

Offline RudiRatlos

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #2 am: 02. August 2011, 10:45 »
Nicht gut, das ist gar nicht gut! Da braucht's Zeit, bis das Vertrauen wieder kommt. Das Erlebnis wird im Hinterkopf noch lange Zeit mitfahren. Da kann ich ja von Glück reden, dass meine Hinterradbrems e richtig verlässlich aussteigt. Da kann mich nichts mehr überraschen. Allerdings muss dann die Vorderbremse dafür zu 100% funktionieren!

Gruss RR
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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #2 am: 02. August 2011, 10:45 »
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bischoda

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #3 am: 02. August 2011, 13:11 »
Soweit ich das jetzt verstehe, ist das geschilderte Erlebnis nicht auf einen Ausfall des ABS zurückzuführen. Ob normale Bremse, oder ABS-Teil- oder Vollintegral ist ja vollkommen egal; mit Luft in der Leitung macht das Bremsen nirgends Spass!

Ich würde vermutlich den Mech wechseln... aber nicht ohne meine Meinung vorgetragen zu haben.

Und den Thread-Titel würde ich auch anpassen.

Offline Boo

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #4 am: 02. August 2011, 13:27 »
Sehe ich so wie bischoda. Die Elektronik hat nicht gestreikt. Luft in der Bremsleitung ist wohl der Horror jedes Motorradfahrer s, da hilft dann auch kein Integralbrems- oder Antiblockiersy stem mehr.
Angeben muss man nur, wenn man zu wenig Schwung hat

Surrlibrumm

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #5 am: 02. August 2011, 13:58 »
Bis jetzt ist "die Luft im System" lediglich eine Telefon-Ferndiagnose.

Bitte halt' uns auf dem Laufenden.

Echt spannend ... halt wie "Kriminalfälle, die das Leben schrieb".   :scared:

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #5 am: 02. August 2011, 13:58 »
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lederkombi

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Re: Total Ausfall des BMW Teilintegral-ABS
« Antwort #6 am: 02. August 2011, 14:10 »
ja, sicher, ich halte euch auf dem laufenden.

wegen dem titel, passend wäre vermutlich "totalausfall vorderbremse". aber leider stimmt das so nicht ganz (auch wenn vermutlich tatsächlich nur die vorderradbrems e ausfiel. das system ist teilintegral und durch den handbremshebel werden die beiden vorderradschei ben und die hinterradschei be gebremst. zudem wird die kraftverteilun g lastabhängig verteilt, also je stärker gebremst wird, desto heftiger verzögert es vorne und weniger hinten.
man könnte am bisherigen titel wohl eher noch den begriff "- Bremssystems" hinzufügen. das wäre dann vermutlich so korrekt.

tatsache ist aber vorallem mal eines: die bremse hat versagt. ich bremse und habe das gefühl "in butter" zu greifen. also der hebel zieht sich bis zum griff durch. ich fasse nach, weil ich es nicht glaube und es wird noch weicher. nach gefühlten 5 minuten "abkühlen" bzw. ruhen der bremse ist der druckpunkt wieder da. sowas ist extrem unschön, wenn nicht gar hässlich. :badsmilie:

wenn es irgendwie möglich wäre, würde ich gerne dieses bremssystem komplett ersetzen und mir dafür ein stinknormales abs-system montieren. ich benötige diese elektronischen bremsassistent en und verstärker nicht, wenn ich eine vollbremsung hinlegen will, dann weiss ich was ich tue und ich will, das es genau das tut, was ich will. mit abs, bitte sehr. dann kann ich nämlich wie bisher auch die bremsflüssigkeit selber wechseln und ich weiss dann auch, dass ich es richtig oder falsch gemacht habe. jedenfalls weiss ich dann zumindest wer bei einem unfall mit folgen schuld ist.

Kai-Uwe

  • Gast
Hallo lederkombi


zwei kurze Fragen

Wann wurde die Bremsflüssigkeit das letzte mal gewechselt ?
nicht vermutlich etc. sondern wirklich nachweislich gewechselt.

Wie viele km warst du seit dem letzten Wechsel unterwegs ?

lederkombi

  • Gast
vergangen sommer (sept 2010) wurde am druckmodulator eine anschlusshülse gewechselt. dazu muss anschliessend das system neu befüllt werden. das war eine rückrufaktion von bmw.
der töff ist 1. zulassung: sept. 2009. km-stand aktuell = 8000km. ich fahre meist längere distanzen, selten weniger wie 300km am stück, dafür weniger oft (in letzter zeit).

gemäss bmw servicehandbuc h muss alle 4 jahre das öl gewechselt werden (DOT4).

inzwischen tut sich was....erste tel-aussage händler: gibt es nicht.

mein hals wird dicker....und ich überlege mir rechtliche schritte, sollte das so weitergehen.
« Letzte Änderung: 02. August 2011, 15:00 von lederkombi »

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Kai-Uwe

  • Gast
also
Ich fange mal an

Ich gebe dem Händler zu 99% Recht
Warum:
Wenn sich Luft im System befunden hätte würde der Tester Diagnosetester GT 1 den Abschlusstest abrechen
Diesen Test hat der Händler zu 99 % gemacht und auch im Tester Diagnosetester GT 1 abgespeichert.

was kan man vermuten aber wirklich nur vermuten
Die Luft war nicht im System sondern kam ins System

was kann der Grund sein ?

1.)

Durch eine undichtigkeit ist Luft ins system gekommen
Diese hätte aber dann schon 5 Kurven vorher auffallen müssen.

2.)

Das Problem bei der Bremsflüssigkeit ist, dass diese in der Regel auf Glykol basiert und damit das Wasser aus der Luft anzieht. Neue Bremsflüssigkeit hat einen Wasseranteil von etwa 0,05 Prozent und damit einen Siedepunkt von bis zu 250 Grad Celsius. Ist sie zwei Jahre alt, kann ihr Wassergehalt schon auf bis zu drei Prozent angewachsen sein, wodurch sich der Siedepunkt je nach Sorte auf ca. 140 Grad verringert. Der Siedepunkt ist dann entscheidend für das Funktionieren des gesamten Bremssystems.
Wenn die Bremsflüssigkeit durch eine starke Beanspruchung der Bremse diese Grenz-temperatur erreicht, beginnt sie zu kochen. Durch das Kochen entstehen Dampfblasen, dann fehlt der nötige Druck in der Anlage.
« Letzte Änderung: 02. August 2011, 15:12 von Kai-Uwe »

Kai-Uwe

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mein hals wird dicker....und ich überlege mir rechtliche schritte, sollte das so weitergehen.

was willst du den machen ? den Händler verklagen :icon_lol: :icon_lol: :icon_lol:
auf was denn ?
Auf Schreck  :icon_lol: :icon_lol: :

Es ist nicht passiert , keiner hat materiellen Schaden genommen,das wird nie ein Richter annehmen

deinen Ärger kann ich verstehen.
« Letzte Änderung: 02. August 2011, 15:15 von Kai-Uwe »

Kai-Uwe

  • Gast
Es hilft dir nur eines
Ab zum Händler und das Ding an den Tester zum Bremstest
Desweitern soll es die Bremsflüssigkeit mit einem Bremsflüssigkeit Refraktometer messen.

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lederkombi

  • Gast
kai-uwe

als masch.-ing. ist mir die hygroskopische eigenschaft von bremsflüssigkeit durchaus bewusst. trotzdem, bei einer bremsanlage die korrekt gemäss hersteller gewartet wird, darf solange man die maschine im vom hersteller und auch vom gesetzgeber vorgesehenen rahmen bewegt, ein ausfall nicht toleriert werden. ansonsten ist das gerät als nicht verkehrstaugli ch anzuschauen (und würde auch niemals eine tüv oder mfk-prüfung bestehen).

primär erwarte ich, dass man mich ernst nimmt (also durch werkstatt). ich bin kein fahranfänger (seit 1978 diverse motorräder), habe auch schon fleissig schraubererfah rung und bin nun schlicht total verunsichert. das reicht soweit, dass ich mir einen verkauf der maschine überlege und mir dann halt irgend ein uralt teil (wo man noch alles selber schrauben darf) zulege....wenn überhaupt

man möge mir meine derzeitige emotionalität bitte nachsehen. das legt sich hoffentlich wieder. :wacko:
« Letzte Änderung: 02. August 2011, 17:10 von lederkombi »

Offline Boo

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Durch eine undichtigkeit ist Luft ins system gekommen
Diese hätte aber dann schon 5 Kurven vorher auffallen müssen.

Egal ob die Luft schon drin war oder reingekommen ist oder sich durch überhitzung Dampf gebildet hat, ich denke auch, dass das nicht von einer zur nächsten Bremsung von voll funktionstüchtig zum Totalausfall führt. Ich habe beides schonmal gehabt, nicht perfekt entlüftete Leitungen und überhitzte Bremsflüssigkeit. Und beide Male hab ich ziemlich bald gemerkt, dass etwas nicht stimmt (wandernder Druckpunkt), ohne dass die Bremswirkung fatal schlechter wurde.

Scheint also bei dir doch etwas Spezielles zu sein und könnte eben doch mit der Elektronik zusammen hängen.
Toitoitoi auf jeden Fall, dass das Problem gelöst wird und du das Vertrauen wieder findest.
Angeben muss man nur, wenn man zu wenig Schwung hat

optimus

  • Gast
Wenn das bei mir passieren würde würde ich auch zu meine Mech gehen und ihm mal meine Meinung geigen  :boxen: . immerhin ist er ausgebildet und trägt Mitverantwortu ng wen er einem mit dem Motorrad auf die Strasse lässt.
mir ist es mal mit meinem ersten Motorrad einer 125er passiert ...... sehr unschön aber alles ohne Sturz.....

Ps. deine Emotionalität ist verständlich.

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