Hallo zusammen!
Tuxi und ich haben Ferien – und was macht man in seinen Ferien als Motorradfreak?? Richtig...
Hier mal der Bericht von unserer ersten 2 Tagestour:
Mittwoch morgen, 08:30 – es geht los, ich natürlich verpennt wie immer, rein in die Motorradklammotten und rauf auf die kleine Hornet. Die Anfahrt von Walchwil (ZG) gestaltet sich wie immer langweilig, über Goldau auf die AB und bis Amsteg - halt das übliche Geratter zwischen gestressten und eben sonntäglich fahrenden Dosen hin und her.

In Amsteg gehts von der AB weg und ab auf die kleine niedliche Strasse, welche einem den Anfahrtsweg von Amsteg nach Wassen versüsst – zumindest sollte sie das – Chrizzlybear noch halb im Schlafdelirium – und Tuxi heizt die paar Kurven bis Wassen wie ein Schnitzel durch. Ich jedenfalls hinterher, doch in der ersten Kurve macht mein Pipo einen deftigen Satz zur Seite

– Ooops, da ist was noch nicht wirklich warm oder die Bitumen waren einfach nicht meiner Meinung... Naja, Gang zurück und ab die Post!

In Wassen angekommen lockt der Sustenpass mit seiner schön langgezogenen Anfahrt und den netten Kehren – die meisten von euch kennen ihn ja!

Ich wache zum ersten Mal an diesem Tag richtig auf und die Slalomfahrt um die auf der Strasse liegenden Steine beginnt... Oben angekommen merken wir, dass die Temperaturen sich in solchen Höhen doch noch um ein paar Grad senken – deshalb nur ein kurzer Stopp – ohne Kaffee, obwohl wir das Rasthaus zumindest zwecks mentalem Aufwärmen fotografiert haben:
Nach kurzem Halt auf dem Susten gehts gleich weiter Richtung Meiringen bzw. Anfahrt Richtung Grimsel. Tuxi liefert sich mit LKW’s, welche nicht wirklich auf Ihrer Spur fahren einen Kampf, während ich mich durch die Baustellensecuritas ins Tal wühle. Endlich – es geht Richtung Grimsel – und ich bin hellwach!! Welch ein Erfolg!!

Nachdem wir uns den Weg freigeschaufelt haben, erwarten uns die letzten Kehren bis zur Passhöhe, jetzt muss die letzte Rille herhalten. Die letzten paar Kehren müssten eigentlich im Speedboard von
swissbikers beschrieben werden aber das lassen wir jetzt weg!!

Noch mit leicht erhöhtem Adrenalinspiegel (wie man sieht) werden Fotos gemacht:
Die Abfahrt vom Grimsel gestaltet sich nach einem Teeli und einer heissen Schoggi wie immer ganz gewohnt zügig. Anstatt dann Richtung Furka die Kurve zu kratzen, schlagen wir den Weg ins Goms, Richtung Ulrichen ein – anfangs ganz cool, jedoch schnell stellt sich nach Startschwierigkeiten von Tuxi (der Merzfahrer war Schuld...) heraus, dass wir eine Stinkbombe als Vorfahrer erwischt haben – nämlich einen alten Alfa – ein Cabrioletfahrer, der seiner Angebeteten zeigen will, wie toll er Radfahrer fast plattfahren kann. Die Gestank- und Rauchentwicklung hinter sich bemerkt er wohl nicht...

Kurz vor der Vergasung konnten wir ihn dann doch noch geschickt abservieren und dafür gabs dann in Ulrichen fein z’ Mittag.
Mit voll gefülltem Magen und frisch gefülltem Tank gings dann ab Richtung Nufenenpass. Das Wetter wurde im laufe des Vormittages immer besser und wir hatten eine nahezu wolkenlose Auffahrt bis zur Passhöhe – ich liebe übrigens die Fahrt durch das kleine Tal bis zum richtigen Aufstieg – Andy’s „dynamisch wedeln“ ging mir dabei immerwieder durch den Kopf...

(Nein - ich stehe nicht schief, sondern Tuxi hatte wohl ne schiefe 'Gas'Hand beim Fotografieren)
Vom Nufenen nach Airolo runter gings dann eher gemütlicher zu, während Tuxi sich wohl immerwieder gefragt hat – wann denn meine Bremmsscheiben bei dem ewigen Gebremmse anfangen zu Glühen. (no comment)

Im Tessin angekommen glühten nicht nur meine Bremmsscheiben, sondern auch wir selbst, denn die Mittagshitze brannte auf die Kombis und deshalb suchten wir den schnellsten Weg zum nächsten Pass – die Autobahn der Berge, den Gotthard. Natürlich sind wir zuerst mal fälschlicherweise auf der alten Tremolastrecke gelandet. (passiert mir fast immer, diesmal wars aber Tuxi) Aber wir haben die „Bahn“ dann doch trotz Hitze gefunden. Und da gibts dann auch nichtmehr viel zu erzählen – ausser heisser Luft in Form von Gegenwind kam da nämlich nichts. (Wie werde ich diese Kurven lieben, wenn ich meine neue Maschine hab...

)
In Andermatt angekommen, hatte ich schon ein breites Grinsen auf dem Gesicht, einer meiner Lieblingspässe lächelt mir schon von Weitem zu – der Oberalp!! Kaum kann ich es erwarten, meine kleine Hornet von der Leine zu lassen – noch schnell (oder eben langsam) die paar Kurven durch die 50er Zone durch und da steht sie, ‚50 gestrichen’ und los gehts. Was dann kam, waren eben genau diese Momente der Freude, die ein jeder von uns kennt, wenn er auf dem Motorrad sitzt, jeder wie er es eben mag. Unter stahlblauem Himmel bis zur Passhöhe heizen – ja, heizen! Es war nämlich sehr warm...

Anhand meines Gesichtsausdruckes sieht man ganz klar - 'wieso kann der Oberalp nicht noch weiter dort nach oben gehn...'
Der Abstieg vom Oberalp bis nach Disentis war dann wieder von entspannter Natur. Schliesslich hatten wir schon ein paar Pässe hinter uns gelassen und der letzte der Tagesetappe stand noch an. Plan war es, wieder ins Tessin zu kommen, also schlugen wir den Weg Richtung Lukmanier ein – DragonTux und Chrizzlybear das erste mal auf dem Lukmanier. Nach den ersten paar Kurven dachte ich noch, na das wird mir wieder sone enge Steinerbergstrecke...

Falsch gedacht – bis auf den streckenweise absolut katastrophalen Strassenbelag

ein Bijou für uns. Und so donnerten wir zielsicher und asphaltbrennend unserem Tagesziel Biasca entgegen.

Jaja - jeder hat so seinen Rucksack zu tragen, meiner war da etwas grösser...

Halb verhungert und mit Schmerzen in den Gesässbacken kamen wir schliesslich in Biasca an. Wir machten uns dann auch gleich auf die Suche nach einem Hotel – Versuch Nr. 1 endete mit einer Kehrtwende meinerseits, als ich die Reception und die „Empfangsdame“ sah. Versuch Nr. 2 war ein Volltreffer – das letzte Zimmer abgesahnt und dann noch mit perfekter Aussicht auf das Tal.
Direkte Aussicht aus unserem Hotelzimmer!
Den Abend haben wir dann noch mit Tequilas und Southpark ausklingen lassen. Am nächsten Tag konnte ich dann meinen Dickschädel (Nein, Dickschädel nicht wegen den Tequilas) durchsetzen und wir sind nochmals den Lukmanier rauf und wieder in Disentis angekommen, konnte ich natürlich dem Oberalp nicht widerstehen und wir haben uns entschlossen, den Weg über den Oberalp Richtung Heimat zu suchen, welcher uns dann nochmals alles abverlangte.
Wohlverdient gabs dann am Abend noch ein abschliessendes Essen im HAN. Mongolian Barbecue für die beiden Mongoheizer...

An dieser Stelle mein Dank an Chris, es hat wahnsinnig Spass gemacht! Jederzeit gerne wieder!

So liebe Leute – dies war mal ein kleiner Bericht, was DragonTux und ich ab und zu so anstellen. Ich hoffe die Fotos gefallen euch und zudem hoffe ich, dass dies die einzigen Fotos sind, die auf der Tour von uns gemacht worden sind.

Geplant ist noch viel – mal sehn wie das Wetter wird...
Gruess
Chris